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Gerade im Winter stehst du vielleicht oft mit einem Bund Grünkohl in der Hand in der Küche und denkst dir: Eigentlich wäre das doch auch was für die Hühner, oder?
Und ja, absolut. Hühner dürfen Grünkohl fressen. Bei meinen Damen kommt er sogar ziemlich gut an. Vor allem dann, wenn draußen kaum noch frisches Grün wächst und der Auslauf eher nach Matschlandschaft als nach Kräuterbuffet aussieht.
Grünkohl ist für Hühner eine schöne Ergänzung im Futterplan, weil er viele wertvolle Nährstoffe mitbringt. Er enthält unter anderem Vitamin C, Vitamin K, Calcium und Beta-Carotin. Gerade Beta-Carotin ist spannend, weil es sich positiv auf die Dotterfarbe auswirken kann. Wer also schöne, kräftig gelbe Eigelbe mag, darf Grünkohl ruhig als saisonalen Snack einplanen.
Auch für das Immunsystem ist Grünkohl im Winter eine gute Unterstützung. Die kalte Jahreszeit fordert unsere Hühner: weniger Licht, weniger frisches Grün, mehr Feuchtigkeit, manchmal Mauserreste oder ein bisschen Winterträgheit. Da darf es im Futternapf gerne etwas nährstoffreicher werden.
Grünkohl für Hühner: Gesund, aber bitte nicht übertreiben
So gesund Grünkohl auch ist: Er sollte immer nur eine Ergänzung sein und kein Hauptfutter ersetzen. Die Basis bleibt ein gutes Hühnerfutter, ergänzt durch Grit, frisches Wasser und je nach Haltung weiteres Grün- oder Zusatzfutter.
Der wichtigste Punkt beim Grünkohl ist die Oxalsäure. Die ist in vielen grünen Pflanzen enthalten und in normalen Mengen kein Drama. Wenn Hühner aber sehr große Mengen davon bekommen, kann Oxalsäure die Calciumaufnahme beeinträchtigen. Und Calcium brauchen Legehennen nun mal dringend für stabile Knochen und gute Eierschalen.
Außerdem reagieren manche Hühner auf zu viel Grünfutter mit weicherem Kot oder Verdauungsproblemen. Deshalb gilt wie so oft in der Hühnerfütterung: Nicht panisch sein, aber mit Köpfchen füttern.
Ich würde Grünkohl eher als Snack sehen. Zwei- bis dreimal pro Woche eine überschaubare Portion ist für die meisten Hühner völlig ausreichend. Wenn deine Tiere ihn zum ersten Mal bekommen, starte lieber mit einer kleineren Menge und schau, wie sie ihn vertragen.
So fütterst du Grünkohl am besten
Ich hänge Grünkohl am liebsten kopfüber in den Auslauf oder in den Stall. Das ist nicht nur praktisch, sondern auch eine richtig schöne Beschäftigung. Die Hühner müssen sich ein bisschen strecken, picken sich die Blätter selbst ab und das Ganze bleibt deutlich sauberer, als wenn die Blätter einfach auf dem Boden landen.
Gerade bei Aufstallung, schlechtem Wetter oder im Winter finde ich solche einfachen Beschäftigungsideen Gold wert. Die Hühner haben etwas zu tun, bewegen sich und bekommen gleichzeitig frisches Grün.
Du kannst Grünkohl aber auch klein schneiden und unter etwas Weichfutter, geraspelte Möhren oder andere frische Zutaten mischen. Wichtig ist nur: Bitte immer frischen Grünkohl verwenden. Welke, schimmelige oder matschige Blätter gehören nicht ins Huhn.
Küken dürfen ebenfalls Grünkohl bekommen, allerdings bitte nur sehr fein geschnitten oder kurz blanchiert. Ihr Verdauungssystem ist noch empfindlicher, deshalb sollte Grünkohl bei ihnen wirklich nur eine kleine Ergänzung zum hochwertigen Kükenstarter sein.
Unterm Strich ist Grünkohl ein wunderbares Winterfutter für Hühner: nährstoffreich, saisonal, gut verfügbar und meistens heiß begehrt. Solange du ihn in Maßen anbietest und auf gute Qualität achtest, ist er eine tolle Ergänzung im Futterplan.



